MEL Merseburg eröffnet: Innovationsraum für Robotik, Pflege und digitale Bildung

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Mit der feierlichen Eröffnung des fünften Maker‑ und Education Labs (MEL) in Merseburg ist das Standortnetz der Innovationsregion für digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung (TPG) vollständig. Der neue Standort im Saalekreis setzt seinen Schwerpunkt auf Robotik und digitale assistive Technologien – und schafft einen Ort, an dem Pflegepraxis, Ausbildung, Wissenschaft und technologische Entwicklung unmittelbar zusammenkommen.

MEL-EröffnungSK-Merseburg Vorführung Technik zum schweren Heben

Technologie, Pflege und Gemeinschaft – genau das versuchen wir hier zu leben“,

betonte Prof. Dr. Patrick Jahn, Leiter des Gesamtprojekts TPG, in seinem Grußwort. Das MEL Merseburg sei ein sichtbarer Anker dafür, Forschung nicht nur zu betreiben, sondern Innovationen gemeinsam mit der Region weiterzuentwickeln und in die Anwendung zu bringen.

Schwerpunkt: technische Entwicklung von Robotik und assistiven Technologien

Der Standort Merseburg fokussiert sich insbesondere auf Robotik sowie digitale und assistive Technologien, die Pflegeprozesse unterstützen, Arbeitsabläufe entlasten und neue Versorgungsperspektiven eröffnen können. Das MEL bietet Raum, um diese Technologien praxisnah zu erproben, weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Anwenderinnen und Anwendern zu reflektieren.

Wie breit das Einsatzfeld ist, wurde bereits bei den ersten Demonstrationen am Eröffnungstag deutlich: von robotischen Assistenzsystemen für ältere Menschen bis hin zu therapeutischen Anwendungen. Merseburgs Oberbürgermeister Sebastian Müller‑Bahrke zeigte sich nach einem Rundgang beeindruckt: „Wenn es Möglichkeiten gibt, Personen mit Pflegebedarf zu unterstützen – nicht zu bevormunden, sondern ihnen zu helfen, ihr Leben selbstständig zu gestalten, dann ist das eine ganz tolle Sache.“

Digitale Pflegeausbildung: Lernen mit neuen Technologien

Ein weiterer Fokus des MEL Merseburg liegt auf der Pflegeausbildung. Digitale Werkzeuge wie Virtual‑Reality‑Anwendungen ermöglichen es bereits, Pflegesituationen realitätsnah zu simulieren und Lernprozesse zu ergänzen. Auszubildende können so Erfahrungen in geschützten, aber authentischen Umgebungen sammeln.

Peter Schmidt, Schulleiter am Kooperativen Bildungszentrum des Klinikums Saalekreis, sieht darin einen wichtigen Entwicklungsschritt: „Digitalisierung spielt im Pflegeberuf eine riesengroße Rolle“, so Schmidt. „Das Üben am Menschen bleibt unverzichtbar, aber die Ausbildung kann enorm profitieren.“ Eine Zusammenarbeit mit dem MEL sei daher aus seiner Sicht sinnvoll. Gerne wolle man die Fachexpertise aus der Pflege in künftige Innovationsprozesse einbringen, um bedarfsgerechte und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.

Verbindung von Bildung, Praxis und Forschung

Das MEL Merseburg versteht sich als Schnittstelle zwischen Ausbildung, Pflegepraxis und Forschung. Sabine Faulstich, Dezernentin für Kreisentwicklung im Saalekreis, unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung dieses Ansatzes für die Region:

Wir brauchen Orte, an denen Theorie und Praxis zusammenfinden. Mit diesem Maker‑ und Education Lab setzen wir ein deutliches Zeichen – Zukunftstechnologien werden hier greifbar und gemeinsam erarbeitet.“

Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft

Für die Hochschule Merseburg, die den Projektstandort verantwortet, ist das MEL ein Beispiel für gelebten Wissens‑ und Technologietransfer. Rektor Prof. Dr. Krabbes betonte, dass es dabei um mehr gehe als Forschung allein: „Es geht darum, Innovation in die Gesellschaft und in die Unternehmen zu bringen – das können wir hier par excellence anfassen und erleben.“ Gleichzeitig entsteht mit dem MEL ein sogenannter „Dritter Ort“: ein offener Raum neben Arbeitsort und Wohnung, der Begegnung, Austausch und Mitgestaltung ermöglicht.

Antwort auf aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen

Der Standort Merseburg adressiert zentrale Herausforderungen der Region und des Gesundheitswesens – vom demografischen Wandel über den Fachkräftemangel bis hin zu steigenden Anforderungen an Versorgungsstrukturen. Digitale und assistive Technologien eröffnen dabei Perspektiven, die über die klassische Pflege hinausgehen.

„Wir wollen zeigen, dass Sachsen‑Anhalt nicht nur Problem‑Hotspot ist, sondern Lösungs-Hotspot“, so Patrick Jahn in seiner Begrüßung. Orte wie das MEL machten sichtbar, dass Innovation dort entstehen kann, wo Herausforderungen besonders spürbar sind.

Ein Netzwerk für Innovation in der Region

Mit der Eröffnung in Merseburg ist das Netzwerk der fünf Maker‑ und Education Labs innerhalb der TPG komplett. Von Zeitz, Sangerhausen, Köthen und Halle bis in den Saalekreis entstehen regionale Innovationsorte, an denen Pflege, Gesundheit und Bildung gemeinsam weitergedacht werden – offen für Fachkräfte, Auszubildende, Unternehmen und die Zivilgesellschaft.

Dr. Anja Wolf, Koordinatorin der MEL‑Standorte, fasste den Anspruch zusammen:
„Wir machen Technologien zugänglich, weil Innovation nur im Dialog entsteht. Nur gemeinsam können wir Pflege zukunftsfähig gestalten.“

Für Kooperationen, Projektideen und Anfragen steht das Team des MEL Merseburg zur Verfügung: André Gehrmann, Christian Peine und Maximilian Werner begleiten den Aufbau des Standorts und freuen sich auf den Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus der Region.

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