Als Treiber für Innovationen in der Pflege schreibt TPG einmal jährlich eine umfassende Förderung für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus. Gefördert werden Vorhaben entlang der gesamten Versorgungskette. Dafür stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt pro Runde 10 Millionen Euro zur Verfügung.
Zwei Ausschreibungslinien: themenoffen und themenspezifisch
Wir setzen auf offene Forschung und gesellschaftliche Beteiligung. Projekte, die sich für eine Förderung bewerben, werden in enger Kooperation mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, dem Burgenlandkreis, der Stadt Halle (Saale), dem Landkreis Mansfeld-Südharz und dem Saalekreis ausgewählt. In diesem Jahr gibt es zwei Ausschreibungslinien: die themenoffene Ausschreibung und den themenspezifischen Sondercall zum Thema „Krisenresiliente Pflege- und Gesundheitsversorgung“.
Themenoffene Ausschreibung
Für die themenoffene Ausschreibung kommen alle Projekte infrage, die eine konkrete Problemstellung in Pflege und Gesundheitsversorgung mithilfe der Digitalisierung angehen. Zur Orientierung dienen die fünf Technologie-Bereiche, die in der Innovationsregion ausgebaut werden sollen:
- Digitale assistive Technologien und Robotik (technisch und anwendungsbezogen)
- Telepflege
- XR-Metaverse Pflege
- Internet-of-Care-Things (IoCT) und vernetzte Mobilität
Außerdem sollten sich Einreichungen mindestens einem der fünf Forschungsfelder der TPG zuordnen lassen:
- Erhalt von Autonomie und Prävention von Pflegebedürftigkeit
- Intersektorale Versorgungsmodelle
- Teilhabeförderung und Automatisierung
- KI-unterstützte Entscheidungshilfe
- Digital Health-Education
In jedem Fall ist es sinnvoll, Ideen vom TPG- Innovationsmanagement checken zu lassen. Der Ideencheck ist der erste Schritt auf dem Weg von der Idee zur Projektskizze und dann weiter zur Beschreibung eines konkreten Vorhabens, die zur Förderung eingereicht werden kann.
Alle sollen sich angesprochen fühlen: Ideengebende, Strukturwandler, Innovatior:innen
Themenspezifischer Sondercall
Neu in der dritten Förderrunde ist ein Aufruf zum Thema „Krisenresiliente Pflege- und Gesundheitsversorgung“. Hiermit sollen Forschungs- und Entwicklungsprojekte gefördert werden, die zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Pflege- und Gesundheitsversorgung gegenüber Krisen und außergewöhnlichen Belastungssituationen beitragen und zugleich die digitale Transformation nachhaltig unterstützen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Lösungen mit hoher Doppelnutzbarkeit (Dual Use), die sowohl im Regelbetrieb als auch in Krisensituationen wirksam eingesetzt werden können.
Denn: die Sicherstellung einer leistungsfähigen Pflege- und Gesundheitsversorgung unter sich verändernden und zunehmend volatilen Rahmenbedingungen stellt eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung dar. Krisenszenarien wie pandemische Ereignisse, klimabedingte Extremwetterlagen (z. B. Hitzeperioden oder Hochwasser), Störungen kritischer Infrastrukturen, Unterbrechungen von Lieferketten und strukturelle Belastungen wie Fachkräftemangel oder kurzfristig steigende Versorgungsbedarfe können die Funktionsfähigkeit der Versorgungssysteme erheblich beeinträchtigen. Insbesondere die Pflege übernimmt hierbei eine Schlüsselrolle für die Aufrechterhaltung der Versorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen.
Rahmenbedingungen für die aktuellen Ausschreibungen
Für Sondercall und themenoffenen Aufruf gelten die gleichen Rahmenbedingungen. Alle Details zur Förderregion, Antragsbedingungen, Förderquoten und -volumen, Projektlaufzeiten und -auswahl sowie Bewertungsverfahren haben wir zum Download hinterlegt. Die Projektideen müssen sich in das bestehende Innovationsfeld der TPG einordnen und einen klaren Bezug zur digitalisierten Pflege- und Gesundheitsversorgung aufweisen. Wir wünschen uns ausdrücklich die Einbindung relevanter Zielgruppen und Praxispartner.
Hintergrund Sondercall
Unter Krisenresilienz wird hier die Fähigkeit verstanden, auf unterschiedliche Krisenszenarien vorbereitet zu sein, Versorgungsleistungen auch unter veränderten Bedingungen aufrechtzuerhalten, flexibel auf dynamische Entwicklungen zu reagieren und aus Krisenerfahrungen zu lernen. Digitale Technologien und datenbasierte Anwendungen bieten hierfür ein erhebliches Potenzial, insbesondere zur Vernetzung von Akteuren, zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen sowie zur flexiblen Organisation von Versorgungsleistungen und zur Entlastung von Fachkräften. Gefördert werden insbesondere Vorhaben, die entsprechende digitale Lösungen zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Pflege- und Gesundheitsversorgung entwickeln und erproben, etwa durch sektorenübergreifende Vernetzung, den Einsatz von Daten und künstlicher Intelligenz für Planung und Steuerung, telepflegerische und telemedizinische Anwendungen oder digitale Assistenzsysteme. Die Vorhaben sollen so konzipiert sein, dass sie sowohl zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Effizienz im Regelbetrieb beitragen als auch in Krisensituationen wirksam eingesetzt werden können.