Reallabor für das Internet of Care Things: Maker- und Education Lab in Köthen eröffnet

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Mit großem Interesse wurde am 25. Januar das zweite Maker- und Education Lab (MEL) der TPG in Köthen eröffnet. Als offenes Reallabor bringt es Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen, um innovative Lösungen für die Gesundheits- und Pflegeversorgung zu entwickeln. Im Fokus steht das Internet of Care Things – mit dem Ziel, praxistaugliche Technologien mit echtem Mehrwert für die Menschen in der Region zu gestalten.

Mann hält Eröffnungsrede in Köthen im Maker- und Education Lab

Mit der Eröffnung des Maker- und Education Labs (MEL) in Köthen baut die TPG ihre Aktivitäten im Bereich innovativer Gesundheits- und Pflegeversorgung weiter aus. Nach dem ersten Standort in Sangerhausen entsteht nun ein zweites Reallabor, das gezielt auf Austausch, Beteiligung und praxisnahe Entwicklung setzt. Zentral gelegen in der Wallstraße ist das MEL bewusst als offener Ort konzipiert, an dem unterschiedliche Akteure und Akteurinnen zusammenkommen.

Internet of Care Things im Fokus

Thematischer Schwerpunkt des Standorts Köthen ist das sogenannte Internet of Care Things. Gemeint sind vernetzte Technologien und intelligente Systeme, die Pflegeprozesse unterstützen, Prävention stärken und die soziale Teilhabe verbessern können. Dabei verfolgt das MEL einen klaren Ansatz: Technologische Innovationen werden nicht isoliert präsentiert, sondern im Dialog mit Anwenderinnen und Anwendern, Fachkräften und der Gesellschaft weiterentwickelt.

Technologie kritisch denken: Akzeptanz, Ethik und Grenzen

Schon bei der Eröffnung wurde deutlich, dass das MEL kein klassischer Showroom ist. Vielmehr stehen kritische Fragestellungen im Mittelpunkt: Welche Technologien werden tatsächlich akzeptiert? Wo liegen ethische Grenzen? Und wie lassen sich digitale Lösungen sinnvoll in bestehende Versorgungsstrukturen integrieren? Diese Perspektiven wurden von den anwesenden Gästen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Pflege aktiv eingebracht.

Praxisrelevanz als gemeinsames Ziel

Ein zentraler Konsens aller Beteiligten: Innovationen müssen im Alltag funktionieren. Entscheidend ist nicht die technologische Machbarkeit allein, sondern der konkrete Nutzen für die Menschen vor Ort. Das MEL in Köthen versteht sich daher als Schnittstelle zwischen Forschung, Praxis und Gesellschaft – mit dem Ziel, Lösungen zu entwickeln, die langfristig tragfähig sind.

Projekt „PräEinsamAlt-KI“: Einsamkeit frühzeitig erkennen

Ein besonderes Highlight der Eröffnung war die Vorstellung des Projekts „PräEinsamAlt-KI“. In einer realitätsnahen Testwohnung wurde demonstriert, wie Sensorik – etwa an Türen und Fenstern – genutzt werden kann, um Bewegungsmuster zu erfassen. Ziel ist es, Einsamkeit frühzeitig zu erkennen und geeignete Unterstützungsangebote zu ermöglichen. Dabei steht klar im Vordergrund, dass technologische Systeme menschliche Beziehungen nicht ersetzen, sondern ergänzen sollen. 

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist die partizipative Entwicklung: Seniorinnen und Senioren im Alter von 64 bis 86 Jahren bringen ihre Perspektiven aktiv in Fokusgruppen ein. Ihre Erfahrungen fließen direkt in die Gestaltung der Lösungen ein und tragen dazu bei, die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppe abzubilden.

Offene Angebote für Gesellschaft und Fachpraxis

Das MEL in Köthen bietet vielfältige Formate für unterschiedliche Zielgruppen. Dazu zählen unter anderem niedrigschwellige SMINT-Workshops für Seniorinnen und Senioren, themenspezifische Mini-Lab-Days sowie Angebote für Pflegeschulklassen. Ergänzend entwickelt das Team Formate rund um Wearables und die Nutzung der dort generierten Daten.

Zukünftig sollen zudem interdisziplinäre Zukunftsworkshops entstehen, die technologische Entwicklungen mit sozialen und ethischen Fragestellungen verbinden. Es geht darum, Innovation nicht nur technisch, sondern ganzheitlich zu denken.

Kooperationen und Praxispartnerschaften willkommen

Das Team in Köthen unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Karbe versteht sich als offener Partner für Kooperationen. Einrichtungen aus Pflege, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Wirtschaft sind eingeladen, sich aktiv einzubringen und gemeinsam an Lösungen für die Versorgung von morgen zu arbeiten.

Interessierte können sich jederzeit an das Team wenden, um Ideen, Projekte und Partnerschaften zu besprechen.

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